Cannabis auf Rezept
Wie bekommt man das Medikament?

Im Januar 2017 war es endlich soweit und die Cannabis Legalisierung wurde in Deutschland durchgeführt: medizinisches Marihuana in Form von Cannabis auf Rezept wurde vom Bundestag freigegeben. Ärzte können nun kranken Menschen medizinisches Cannabis auf Rezept verschreiben und die Krankenkassen müssen den Patienten die Kosten dafür erstatten.

Somit steht der Nutzung von Cannabis als Medizin nichts mehr im Wege, sollte man meinen. Doch bekommt man ab sofort wirklich so einfach Cannabis auf Rezept in Deutschland? Ist für alle kranken Menschen durch die Cannabis Legalisierung der Weg frei, um medizinisches Marihuana zu erhalten? 

Cannabis Legalisierung Deutschland
Medizinisches Cannabis ab 2017 per Gesetz erlaubt

Die Cannabis Legalisierung für medizinische Zwecke wurde 2017 durchgeführt. Während Cannabis als Medizin dadurch in Deutschland durch die Gesetzesänderung eine neue Bedeutung erhält, ist in Deutschland hingegen bis heute der Besitz von (nicht-medizinischem) Cannabis nicht legal und strafbar. Dies ist in § 29 des Betäubungsmittelgesetz geregelt.

Hier steht geschrieben, dass wer „Betäubungsmittel besitzt, ohne zugleich im Besitz einer schriftlichen Erlaubnis für den Erwerb zu sein“ mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren belegt werden kann. Zu den genannten Betäubungsmitteln wird in Deutschland auch Cannabis gezählt. Jedoch existieren in den verschiedenen Bundesländern erlaubte Cannabis-Mengen, bis zu welchen von einer Strafverfolgung abgesehen wird. Diese liegen in der Regel bei 6 Gramm, in einzelnen Bundesländern auch bei 10 Gramm. Eine allgemeine Cannabis Legalisierung und Freigabe, wie es in den USA der Fall ist, ist also in Deutschland zur Zeit nicht vorgesehen.

Hingegen hat sich für Cannabis als Medizin mit einem Beschluss der Bundesregierung vom 19.01.2017 einiges geändert, welcher im März 2017 in Kraft trat. „Schwerkranke Menschen müssen bestmöglich versorgt werden. Dazu gehört, dass die Kosten für Cannabis als Medizin für Schwerkranke von ihrer Krankenkasse übernommen werden, wenn ihnen nicht anders wirksam geholfen werden kann“, betonte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe.

Demnach soll für Cannabis als Medizin folgende Punkte gewährleistet sein:
– für schwer Erkrankte
-auf ärztliche Verschreibung
-in kontrollierter Qualität
-aus Apotheken
-mit Erstattungsmöglichkeit

Dies bedeutet für die Zielgruppe von schwer erkrankten Menschen ist Cannabis ab dem Jahr 2017 in Deutschland legal, wenn es denn zuvor durch einen Arzt verschrieben wurde.

In welcher Form gibt es medizinisches Cannabis und wie wird es konsumiert?

Medizinisches Cannabis wird in Deutschland durch Apotheken an Patienten ausgegeben. Zuvor hat der Arzt ein Rezept erstellt und mit dem Rezept die Dosierung und Anwendung bestimmt.
Durch die Cannabis Legalisierung können Ärzte medizinisches Cannabis in Form von Cannabisblüten, Extrakten und oder als Arzneimittel mit dem Hauptwirkstoff Dronabinol (auch als „THC“ bekannt) verschreiben. Für einen Patienten gilt dabei eine Höchstmenge für Cannabisblüten von 100 Gramm, die in 30 Tagen verschrieben werden darf.

Um die korrekte Dosierung durch den Patienten zu gewährleisten, geben die Apotheken Cannabis als Medizin als Rezepturarzneimittel aus. Dabei wird in der Regel nicht direkt die Cannabisblüte ausgegeben, mit der Begründung, dass diese in unverarbeitetem Zustand nicht korrekt zu dosieren seien. Daher mahlen die Apotheken die Cannabisblüten nach vorgegebenen Bedingungen und geben diese dann in der gemahlenen Form mit einem Dosierlöffel an die Patienten ab. Der Patient kann dann zu Hause mit dem von der Apotheke erhaltenen Dosierlöffel die pulverisierten Blüten in einer vorgegeben Dosierung für den Gebrauch abmessen. Die Apotheker berät den Patienten auch und gibt Ihm hinsichtlich der Anwendungsform, die zuvor vom Arzt festgelegt wurde, entsprechende Empfehlungen und Anweisungen. Generell kann Cannabis als Medizin vom Patienten inhaliert werden oder nach Abkochung als Tee getrunken werden.

Auch wenn die altbekannte Methode des Joints nach wie vor die bekannteste Möglichkeit des Inhalierens ist, gibt es heute gesündere Möglichkeiten. Eine effektiviere und gesündere Möglichkeit ist die Verwendung eines Verdampers, eines so genannten Vaporizers. Bei diesem Gerät findet keine Verbrennung des medizinischen Cannabis statt, sondern es wird lediglich erhitzt und dadurch wird Dampf erzeugt. Dieser hat bedeutend weniger schädliche Nebenprodukte als eine Verbrennung erzeugt. Auch werden beim Verdampfen größere Mengen der Wirkstoffe des medizinischen Cannabis aufgenommen, wodurch kleinere Mengen an Rohstoff benötigt werden. Dadurch stellt sich der gewünschte Effekt der Wirkstoffe wie eine Entspannung auch schneller ein und beispielsweise akute Schmerzen können schnell bekämpft werden.

Um Cannabis Tee zuzubereiten wird ein Teebeutel mit den Cannabis Blüten und gegebenenfalls anderen Zutaten gefüllt. Anschließend wird Wasser gekocht und der Teebeutel kommt für bis zu 30 Minuten in das heiße Wasser. Danach ist die Tee verzehrfertig und kann getrunken werden. Die Wirkung setzt hier bedeutend später ein als beim Vaporizer, es dauert ca. 30 bis 90 Minuten, bevor die Wirkung vollständig einsetzt.

Medizinisches Cannabis und Cannabisöl (Cbd Öl) gegen Krebs

Zu den schwer erkrankten Menschen, für die Cannabis auf ärztliche Verschreibung erhältlich sein wird, zählen sicherlich auch Krebspatienten.
Nicht zu verwechseln ist das nun legalisierte Cannabis mit Cannabisöl, was schon seit einigen Jahren eine gewisse Bekanntheit erreicht hat. So behauptete ein gewisser Rick Simpson, bei dem im Jahre 2002 Hautkrebs diagnostiziert wurde, er hätte diesen selbst mit Hilfe von Cannabisöl geheilt. Als ihm chirurgische Eingriffe nicht halfen den Krebs zu besiegen, behandelte er seine Wunden selbst mit Cannabisöl. Nach einigen Tagen waren seine Wunden laut Rick Simpson verschwunden und das Cannabisöl hatte den Hautkrebs geheilt. Die Geschichte von Rick Simpson ist in einem Video verfilmt worden. Hier liegt jedoch keine offizielle Studie und somit kein wissenschaftlicher Beweis vor, dass das Cannabisöl in diesem Fall wirklich das Heilmittel war.

Jedoch gibt es Studien, die belegen, dass Wirkstoffe von Cannabis wie Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) krebshemmend sind. Dies wurde bei Tierversuchen mit Mäusen und Ratten sowie Zellstudien schon vor vielen Jahren bestätigt. Im Jahre 2006 schließlich hat der Spanier Manuel Guzmán die weltweit erste Studie an Menschen durchgeführt und veröffentlicht. Er verabreichte schwerstkranken Krebspatienten, die an Hirntumoren litten, THC direkt in das Gehirn. Ohne Nebenwirkungen zeigte sich, dass sich bei einigen Teilnehmern die Wachstumsrate der Tumore stark verringerte.

Aktuell im Jahre 2017 finden durch die weltweit immer verbreitetere Cannabis Legalisierung immer mehr und neue Studien statt vor allem in den USA und Kanada, wo medizinisches Marihuana immer mehr verbreitet und von Ärzten eingesetzt wird. Vermutlich könnten die Studien schon fortgeschrittener sein, aber Pharmakonzerne hatten in der Vergangenheit wenig Interesse an den Studien, vermutlich vor allem aus Angst um das eigene Geschäft mit hauseigenen, teuren Arzneimitteln.

Nebenwirkungen des Cannabis Konsums

Medizinisches Cannabis ist ein natürliches Medikament, dass heißt es kann prinzipiell unverändert wie es uns durch die Natur angeboten wird verwendet werden. Im Gegensatz dazu muss bei der Herstellung von Medikamenten durch Pharmahersteller zuerst der Wirkstoff hergestellt und isoliert werden und dann zusammen mit Hilfs- und Füllstoffen in Tabellenform gebracht werden.
Auch wenn es ein natürliches Medikament ist, können auch bei medizinischem Cannabis Nebenwirkungen auftreten. Diese sind von Mensch zu Mensch verschieden. Folgende akute, körperliche Nebenwirkungen können dabei auftreten:
• Herzfrequenzbeschleunigung
• Blutdruckabfall
• Mundtrockenheit
• Bindehautreizung
• Verminderte Reaktionsfähigkeit (keine Kraftfahrzeuge fahren!)

Bei extrem hohen Dosierungen sind in selten Fällen auch schon Übelkeit und Erbrechen festgestellt worden.
Wichtig zu wissen ist auch, dass beim Rauchen des klassischen Joints natürlich körperliche Schäden der Atemwege entstehen durch den Rauch, welcher Teer und Benzpyren enthält. Bei der Konsumierung von medizinischem Cannabis mittels Vaporizer (Verdampfer) wird das Marihuana jedoch nur erhitzt und nicht verbrannt. Durch dieses Verdampfen und das Inhalieren tritt keine Schädigung der Atemwege auf.
Ein weiterer Nachteil ist, dass bei manchen Patienten psychische Nebenwirkungen auftreten.

Hierzu zählen folgende:
• Angst und Panikgefühle (akut)
• Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwächen sowie verminderte Lernfähigkeit
• Auslösung von Psychosen (langfristig)

Bei langfristigem und regelmäßigen Cannabis Konsum besteht auch die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit.

Cannabis auf Rezept nur bei der Cannabisagentur?

In vieler Munde ist seit der Cannabis Legalisierung als Medizin auch die sogenannte Cannabisagentur. Doch was macht die Cannabisagentur eigentlich?

Diese ist nicht wie man meinen könnte für die Ausgabe von medizinischem Cannabis an Patienten zuständig. Die Ausgabe von Cannabis als Medizin findet durch Apotheken statt, nach dem die Patienten ein gültiges Rezept eines Arztes vorweisen können.

Vielmehr soll die Cannabisagentur für die Umsetzung der Cannabis Legalisierung zuständig und soll den zukünftigen Anbau von medizinischem Marihuana in Deutschland regeln. Denn nur, dass nun Cannabis als Medizin in Deutschland legalisiert wurde, heißt noch lange nicht, dass genug davon vorhanden wäre. Aktuell muss der Bedarf über Importe gedeckt werden. Zukünftig jedoch soll Cannabis als Medizin in Deutschland selbst angebaut werden.

Die Cannabisagentur wird zukünftig vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gebildet und soll den Anbau von medizinischem Cannabis in Deutschland steuern und kontrollieren. Demnach wird die Cannabisagentur den Anbau, die Ernte, die Verarbeitung, die Qualitätsprüfung sowie Lagerung und Verpackung als auch die Abgabe an Großhändler und Apotheker kontrollieren. Interessant: die Cannabisagentur wird das medizinische Cannabis nach der Ernte komplett in ihren Besitz nehmen.

Der Anbau selbst wird nicht durch die Cannabisagentur durchgeführt, sondern durch geeignete Unternehmen. Diese können sich in einer öffentlichen Ausschreibung im Amtsblatt der EU für den Anbau von medizinischem Cannabis direkt bewerben.

Cannabis auf Rezept in Deutschland erhalten

Cannabis auf Rezept gibt es seit 2017 auch in Deutschland, wie es bereits zuvor beispielsweise die USA oder auch Kanada vorgemacht hat. Doch wer kann nun in Deutschland Cannabis auf Rezept erhalten?

Der Gesetzgeber nennt im Rahmen der Cannabis Legalisierung nur die schwer erkrankten Menschen, eine genaue, klare Abgrenzung auf einzelne Krankheiten wurde nicht vorgesehen. Zu den schwer erkrankten Patienten zählen jedoch sicherlich beispielsweise die Krebspatienten, wie zuvor beschrieben.

Voraussetzung hierfür ist die persönliche Einschätzung des behandelten Arztes bezüglich des Therapieerfolges. Das heißt, man kann nicht einfach zum Arzt gehen und eine Verschreibung von Cannabis auf Rezept vom Arzt verlangen. Der Arzt selbst hingegen muss einschätzen, dass sich die Verschreibung von medizinischem Cannabis deutlich positiv auf den Krankheitsverlauf und dessen Symptome auswirkt. Es kommen also insbesondere Patienten in Frage, bei denen eine Standardtherapie keinen Erfolg versprechen würde. Bisher wird Cannabis auf Rezept vor allem Menschen verschrieben, die an chronischen Schmerzen leiden. Dazu zählen Krankheiten wie Rheuma oder Multiple Sklerose. Daneben kann medizinisches Cannabis auch verschrieben werden als Appetitanreger zum Beispiel bei Aids oder Alzheimer sowie bei Übelkeit nach Chemo-Therapien. Werden weitere Studien zum medizinischem Cannabis zukünftig abgeschlossen, kann es sicherlich auch bei anderen Krankheiten eine Verschreibung von Cannabis auf Rezept geben.
>> Hier finden Sie eine Übersicht aller Erkrankungen <<

Was kostet das medizinische Cannabis auf Rezept?

Die Cannabis Legalisierung hat zwar für eine Freigabe des Naturheilmittels gesorgt, doch Cannabis als Medizin ist in Deutschland nicht günstig. Dies hat zwei Gründe, die Apotheken und die Verfügbarkeit.

Zum einen muss medizinisches Cannabis aktuell komplett importiert werden, da es in der Vergangenheit in Deutschland nicht angebaut wurde. Daher wird es aktuell heute vor allem aus den Niederlanden und Kanada importiert. In diesen Ländern wurde die Cannabis Legalisierung bereits vor Jahren umgesetzt, daher ist dort genügend Rohware verfügbar. Zukünftig soll es jedoch auch in Deutschland angebaut werden.
Zum anderen wollen die Apotheken mitverdienen und zwar nicht wenig. Wie zuvor beschrieben geben diese die Cannabisblüten nicht direkt aus, sondern als Rezepturarzneimittel. Sie mahlen die Blüten, um dem Anwender später eine bessere Dosierung zu erlauben. Und dies lassen sich die Apotheker gut bezahlen: 90 bis 100 Prozent Zuschlag kostet der einfache Vorgang des Zermalens.

Dr. Franjo Grotenhermen, ein Forscher der Cannabinoide, rechnet vor: „Werden 5 g Cannabisblüten als Fertigarzneimittel behandelt, so kosten diese den Patienten 68,61 Euro, und der Apotheker verdient etwa 10 Euro. Werden die Cannabisblüten als Rezepturarzneimittel behandelt, so kann der Apotheker auf den Einkaufspreis 100 Prozent aufschlagen, sodass der Abgabepreis bei 113,31 Euro liegen würde und der Apotheker fast 50 Euro verdient.“ (Quelle: apotheke-adhoc.de)

Nach dieser Rechnung kostet als medizinisches Cannabis in Deutschland in der Apotheke:

Cannabisblüten unverarbeitet: 13 – 15 EUR pro Gramm
Cannabisblüten als Rezepturarzneimittel: 23 – 30 EUR pro Gramm

Durch die weltweit einsetzende Cannabis Legalisierung ist ein internationaler Preisvergleich möglich. Im Ausland zahlt man für medizinisches Cannabis ungefähr die folgenden Preise:

Niederlande: je nach Sorte 4 – 15 EUR pro Gramm
Tschechische Republik: Je nach Sorte 250 bis 350 CZK = 9 bis 13 EUR pro Gramm
Italien: je nach Sorte zwischen 15 – 25 EUR pro Gramm (importiert aus den Niederlanden)
Kanada: je nach Sorte sind die Kosten 5 – 11 CAD pro Gramm = 3,5 – 7,5 EUR pro Gramm
USA: je nach Sorte 5 – 20 USD pro Gramm = 3,5 – 18 EUR pro Gramm
Chile: je nach Sorte 7.000 bis 8.000 CLP pro Gramm = 9 – 19 EUR pro Gramm
Uruguay: fester Preis von 1 USD pro Gramm = 0,9 bis 1 EUR pro Gramm

In allen Ländern sind die Preise für medizinisches Marihuana also deutlich günstiger als in Deutschland. Die klare Preisführerschaft hat Uruguay. Hier gilt ein durch die Regierung festgelegter Preis von einem Dollar. Die Gründe sind einleuchtend. Die Regierung hat festgestellt, dass der Anbaupreis 0,5 Dollar pro Gramm ist und somit der Verkauf zu einem Dollar ein fairer Preis ist. Außerdem kostet auf der Straße schlechtes Marihuana 1 Dollar pro Gramm und durch das Anbieten von hoher Qualität zum gleichen Preis, hat man sich das Ziel gesetzt die Illegalität zu bekämpfen.

Wird die Cannabis Legalisierung durch weitere Länder vorangetrieben, bleibt zu hoffen das ein offener Handel stattfinden wird und dadurch auch die Preise in Deutschland sinken werden.

Kostenerstattung von Cannabis auf Rezept durch die Krankenkassen

Die gesetzlichen Krankenkassen sind in Deutschland durch die Cannabis Legalisierung dazu verpflichtet, die Kosten von Cannabis auf Rezept zu übernehmen. Nur in begründeten Fällen darf eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen abgelehnt werden. Dennoch ist das Thema medizinisches Cannabis in Deutschland auch für die Krankenkassen in 2017 noch Neuland.

Grundbedingungen für die Kostenübernahme von medizinischem Cannabis sind:
-ein Rezept von einem kassenärztlich zugelassenen Arzt
-das Vorliegen einer schwerwiegenden Krankheit

Es entscheidet also der Arzt und nicht die Krankenkasse.
Daher sollten die Kosten im Normalfall zukünftig auf einfachem Wege durch die Krankenkassen übernommen werden:

-Kostenübernahmeantrag per Post oder E-Mail an die Krankenkasse senden
-Krankenkasse prüft und bestätigt den Antrag zur Kostenübernahme
-Falls schon Rezepte in Anspruch genommen wurden, diese an die Krankenkasse zur rückwirkenden Kostenübernahme einreichen

Leider werden auch im Mai 2017 noch viele Anträge auf die Erstattung der Kosten für medizinisches Cannabis durch die gesetzlichen Krankenkassen zu Unrecht abgelehnt, auch wenn der Arzt Cannabis auf Rezept verschrieben hat.
Die Krankenkasse muss sich dabei jedoch wie folgt an das Gesetz und Fristen halten:

-Die Entscheidungsfrist der Krankenkasse nach Eingang des Antrags beträgt 3 Wochen.
-Die Krankenkasse kann den MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) mit einbeziehen. Dieser prüft den Fall und kann den Antrag mit Begründung ablehnen. Die Frist verlängert sich in diesem Fall auf 5 Wochen.
-Kann sich die Krankenkasse an die 3 Wochen oder 5 Wochen Frist nicht halten, muss dies mit Begründung schriftlich mitteilen.
-Sendet die Krankenkasse keine Mitteilung oder liefert keinen Grund, gilt der Antrag als genehmigt.

Auch bei Ablehnung durch die Krankenkasse bleibt jedes Rezept durch die Cannabis Legalisierung gültig. In diesem Falle kann man beispielsweise die Medikamente per Privatrezept in der Apotheke beziehen und die Kosten müssen von der Krankenkasse übernommen werden. Hat man ein Privatrezept, kann man auch bei berechtiger Ablehnung durch die Krankenkasse medizinisches Cannabis in der Apotheke direkt beziehen, muss es jedoch selbst bezahlen.

Lehnt die Krankenkasse einen Antrag zur Kostenerstattung von Cannabis auf Rezept ab, muss durch den Patienten ein schriftlicher Widerspruch eingelegt werden.
Viele Fälle und weitere Informationen hierzu sind im Detail auf unseren Seiten beschrieben www.cannabis-aerzte.de

Deutsche Ärzte, die Cannabis auf Rezept verschreiben?

Die Cannabis Legalisierung wurde in 2017 umgesetzt. Doch welche deutschen Ärzte verschreiben medizinisches Cannabis auf Rezept?

Ärzte aller medizinischer Fachgebiete dürfen nun medizinisches Cannabis auf Rezept in Deutschland zur Behandlung von schwer erkrankten Menschen verschreiben. Das heißt, man kann beispielsweise zu seinem Hausarzt gehen und dieser kann Cannabis als Medizin verschreiben.

Jedoch müssen wie zuvor beschrieben zwei entscheidende Sachverhalte vorliegen:
-schwerwiegende Krankheit
-Einschätzung des Arztes, dass medizinisches Cannabis zum Therapieerfolg beiträgt

Somit kann prinzipiell jeder Arzt ein Rezept für medizinisches Cannabis ausstellen, es muss jedoch kein Arzt. Nicht jeder Arzt will mit medizinischem Cannabis arbeiten. Hier wird es auch nach der Gesetzesänderung genügend Ärzte geben, die mit den bisher bekannten Medikamenten arbeiten werden. So einfach bekommt man Cannabis auf Rezept in Deutschland also nicht, es muss eine schwere Erkrankung als Grund vorliegen.

Vor der Cannabis Legalisierung durch das neue Gesetz im Jahre 2017 war eine Ausnahmeregelung nötig, um medizinisches Cannabis zu beziehen beziehungsweise anzubauen. So wurde beispielsweise der Anbau einem 52jährigen Mann erlaubt, der an multipler Sklerose leidet. Er darf seit 2016 für den Eigenbedarf medizinisches Marihuana anbauen. Bisher erhielten in ganz Deutschland schon ungefähr 1000 Patienten medizinisches Marihuana auf Basis einer Ausnahmeregelung.

Zukünftige Schätzungen gehen von 5000 Patienten aus, die deutschlandweit medizinisches Cannabis auf Rezept beziehen werden. Zuverlässige Schätzungen existieren jedoch noch nicht.